Sigbot Winterhelt 1926-2018: Der Vater des vielseitigen Jagdhundes in Nordamerika

"Bodo Winterhelt 1926-2018: The Father of the Versatile Hunting Dog in North America"

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by Josef K. Schmutz, Canada

This webpage is part of a series of dog related articles by Joe Schmutz, updated on July 5, 2019


Als er zuerst nach Kanada und dann USA auswanderte, nahm Sigbot Winterhelt seine Passion für Jagd, für Jagdhunde allgemein und auch für Pudelpointer mit sich. Wie er unter verändertem Jagdgebrauch in Nordamerika ein neues Vereins- und Prüfungswesen für vielseitige Jagdhunde aufbaute, und wie diese sich weiterentwickelten, schildert Dr. rer. nat. Josef Schmutz aus Kanada.

Falls es ein Jagdhorn Signal geben würde, welches Jagd Vorbei für fördernde Jagdhund Persönlichkeiten andeuten könnte, hätte man am 30. Mai 2018 dies durch ganz Nordamerika hören können. An diesem Tag starb Sigbot Winterhelt nach kurzem Aufenthalt in einem Pflegeheim am Pazifischen Ozean in Bandon, Oregon, USA.

Zuvor wohnte Sigbot Winterhelt in einem gemütlichen Haus mit einem noch größeren Zwingerkomplex. An den Wänden standen Bücherregale und Trophäen waren angebracht; vor allem schmückten Gemälde von Wild und Hunden die Wände. Die meisten der Gemälde stammten von seinem Jagdfreund Hannes Liederley. An einer Wand, entlang im großen Arbeitszimmer, waren Boxen aufgestellt, aus denen seine ins Haus gebrachten Hunde das Auf und Ab im Raum beobachten konnten. Durch das Panoramafenster war seine Dressurwiese mit dem Bach und Tümpel zu sehen. In dieser Flutebene des Coquille Rivers konnten hunderte von Pudelpointer und andere Hunde ihre Jagdeignung lernen. Dies alles schmiegte sich an den ersten Anstieg der Coast Mountains westlich von Bandon, Oregon. Was war das für ein Mann, der dort sein Leben gestaltete?

Sigbot Winterhelts Jugendzeit

Sigbot Winterhelt wurde am 21. Mai 1926 in Mainz geboren. Seine Mutter nannte ihn Bodo mit Vornamen und so wurde er auch später in Nordamerika genannt. Seine Familie betrieb seit Generationen einen Steinbruch und waren durch ihren Bau- und ihr Architekturservice bekannt. In seinem erweiterten Verwandtenkreis befanden sich auch leidenschaftliche Jäger und Hundeführer; so war beispiels-weise sein Onkel Erich W. erster Vorsitzender eines regionalen deutschen Drahthaarverbandes. Dagegen hatte sein Vater Oskar W. keinerlei Interesse an der Jagd und an Jagdhunden, weil sie für ihn nur Zeitverschwendung und unnötige Kosten wären. Das war für Sigbot Winterhelt ein großes Hindernis für seine unbezwingbare Leidenschaft für das Jagdwesen. So schrieb er bereits mit 9 Jahren einen Brief an Hitler, worin er eine Herabsetzung der Hundesteuer beantragte; der Brief blieb allerdings unbeantwortet.

Als Sigbot Winterhelt 14 Jahre alt war, kaufte sein Vater nach langem Zureden seiner Ehefrau und dem Hausarzt Dr. Paul Kleemann endlich einen Jagdterrier. Bald darauf nahm Winterhelt Kontakt zur Jagdhundetestgemeinschaft auf und wurde später aufgrund seines Engagements zum jüngsten Richter in Deutschland ernannt. Er war beim Training und bei Prüfungen gern gesehen, weil er jung war und die notwendigen Dinge schnell erledigen konnte, z.B. eine Schweißfährte legen und wieder schnell zurückkommen. Seinen Jagdterrier konnte er allerdings nicht lange behalten. Als dieser nämlich anfing an einem wertvollen Stuhl herum zu nagen, auf dem angeblich schon Napoleon Bonaparte gesessen haben soll, wurde er wieder abgegeben.

Ohne seines Vaters Wissen, besuchte Winterhelt regelmäßig den Forstmann und Kynologe Edmund Löns, der vor allem durch die Zucht der Kleinen Münsterländer bekannt war, und lernte dort Jagdhunde zu halten und abzurichten. Winterhelt bemerkte dazu, er habe viel von Edmund Löns gelernt.

Der 2. Weltkrieg traf ihn schwer. Sein Vater weigerte sich der NSDAP beizutreten und verlor dadurch Kunden und Einfluss. Während eines Bombenangriffs wurde sein Vaterhaus zerstört und mit ihm die gesamte wertvolle Einrichtung.

Als Soldat erlitt Sigbot Winterhelt eine schwere Magenverletzung und musste in einem englischen Krankenhaus stationär behandelt werden. Nach seiner Entlassung wohnte Sigbot bei Edmund Löns und begann Hunde berufsmäßig auszubilden. Die Staupe war zu dieser Zeit eine schwere, unheilbare Krankheit und viele Welpen starben. Dies war ein besonderes Problem für Löns, als festgestellt worden war, dass der Krankheitserreger im Erdboden seiner Zwinger dauerhaft vorhanden war. Sigbot war zu dieser Zeit mit der Ausbildung eines Pudelpointers beschäftigt, als er beobachtete, wie dieser die triefenden Augen eines KLM-Welpens leckte ohne später selbst die Staupe zu bekommen. Er schrieb dies fälschlicherweise der überlegenen Gesundheit der Pudelpointer zu und entschloss sich zur Aufzucht dieser Rasse.

Diese Entscheidung war aber mit der Grund für eine große Meinungsverschiedenheit mit Löns. Hinzu kam, dass sich Sigbot als Zuchtbuchführer des Deutschen Heidewachtel Klubs bei Fusionsgesprächen mit dem Verband Kleine Münsterländer Vorstehhunde gegen Löns Pläne aussprach. 1954 wanderte Sigbot dann mit seiner Frau Claire, einer Tochter von Edmund Löns, nach Kanada aus. Seine Ehe wurde in Kanada geschieden: später verheiratete er sich wieder in Ontario, Kanada.

Bodo Winterhelt in Ontario

Sigbot Winterhelts Bruder Volkmar wanderte ebenfalls nach Kanada aus. Während Sigbot sich leidenschaftlich mit Hunden beschäftigte, galt Volkers Einsatz den Pferden und er trat sogar mit der kanadischen Olympiamannschaft im Dressurreiten auf. Anfangs übte Sigbot verschiedene Jobs aus.

Aufgrund seiner Leidenschaft für Hunde hatte er sofort Verbindung zu Jagdhundeklubs gesucht. Diese Hunde waren damals hauptsächlich Vorstehhunde aus England in Field Trials geführt. Obwohl Winterhelt ganz klar den Unterschied zwischen Jagdgebrauch und Field-Trial Sport kannte, schaute er gerne Field Trials an und war immer von den Feldmanieren und dem unverkennbaren Findenwillen der nordamerikanischen Field-Pointer und Setter begeistert. Man könnte sagen, Sigbot war ein Pointer-Mann im Pudelpointerlager.

Als Sigbot mit dem Tierarzt Alan Secord Kontakt aufnahm nachdem dieser mit seinem Englisch Pointer beim Field Trial den ersten Preis gewann, wurde Sigbot für seine Hundekenntnisse von Secord fest angestellt. Im weiteren Verlauf wurde er zum Manager eines privaten Jagdklubs auf Nicholson Island im Ontariosee befördert. Dr. Secord selbst war in Ontario weit bekannt, zum Beispiel als der Gründer von der Hundefriedhof Idee, was für Sigbot hilfreich war.

Als Manager des Jagdclubs traf Sigbot Winterhelt einflussreiche Jäger und Prominente, wie zum Beispiel Bing Crosby. Winterhelt verkaufte damals einen Pudelpointer an den Bruder von Donald Trump in New York. Der Schauspieler Jameson Parker aus der TV-Serie Simon & Simon hat ein Interview mit Sigbot Winterhelt veröffentlicht.

Sigbot Winterhelts Erfolge basierten zweifelsohne auf seinem Fleiß und seiner hohen Intelligenz. Er verstand es auf die Menschen einzugehen und bei Bedarf Führungsqualitäten zu zeigen. Leider neigte er auch dazu, Menschen unterschiedlicher Nationalität und Herkunft vorzuurteilen, was ihm Jahrzehnte später jedoch Schwierigkeiten bereiten sollte. Als er danach gefragt wurde, sagte er: „Ich denke, es geht auf meine Erziehung zurück.“ Trotzdem war er im Grunde großzügig vor allem auch gegenüber Jugendlichen, besonders wenn sie an Jagd oder Hunden Interesse hatten.

Der exklusive Jagdklub mit Lodge auf Nicholson Island, welches unweit von den Städten Toronto, Ottawa und Montreal entfernt liegt, bot den Jägern gute Jagdgelegenheiten, vor allem auf Wachteln, Steinhühner und Fasanen, die dort extra gezüchtet wurden. Mit seiner großen Fachkompetenz im Jagdwesen einschließlich der Hundezucht war Winterhelt natürlich ein gefragter Mann. 1956 importierte er den Pudelpointer „Cati vom Waldhof;“ 1957 kamen noch acht Pudelpointer hinzu und bildeten so die Basis seines Zwingers „Winterhelle.“ Winterhelle war der originale Familienname vor einigen Jahrhunderten. 1960 wurde der „Pudelpointer Club of Canada“ gegründet, später „Pudelpointer Club of North America, genannt und abgekürzt PCNA.

Wie es sicher bei allen Hunderassen der Fall war nach der Geldentwertung und den Folgen des 2. Weltkrieges, musste Sigbot Winterhelt beim Aufbau seines Zwingers zahlreiche Rückschläge hinnehmen. Seine erste importierte Hündin Cati vom Waldhof war eine tüchtige Hündin mit welcher er eine Zucht aufzubauen suchte. Der erstbenützte Rüde konnte nicht die gewünschte Leistung bringen wie es sich später herausstellte; keine Nachkommen von diesem ersten Wurf waren brauchbar. Dies war die Zeit in welcher auch die deutschen Züchter von den unvermeidbaren Vernachlässigungen während der Kriegsjahre litten. Es war nicht nur beim Pudelpointer sondern auch beim Griffon und Stichelhaar der Fall . Sigbot Winterhelt importierte um ein Dutzend Hunde, davon waren aber nur wenige brauchbar. Von diesen wenigen hatten zudem viele Nachkommen HD; er war daran, aufzugeben!

Seine Hoffnung erwachte jedoch wieder, als er bei einem Ontario Field Trial einen Pointer beobachten konnte wessen apportieren, Wasserneigung und natürlich auch imponierende Feldarbeit durchaus überzeugend war. Der Pointer, gepaart teils mit Winterhelle’s Paloma Tochter von Komet, und mit strategischer Zuchtauslese brachte eine Verringerung der HD Fälle. Sigbot Winterhelt benutzte alternativ Linienzucht und Fremdblutzucht. Die Leistungen stiegen wieder an. Das Problem war weitgehend gelöst. Winterhelt schreibt in seiner Zusammenfassung „Es war eine lange Reise, aber es hat sich gelohnt.“

Sigbot Winterhelt hatte den Eindruck, dass die soliden Leistungen seiner Pudelpointer NAVHDA zum Erfolg verhalfen. Winterhelt verdiente seinen Lebensunterhalt durch die Ausbildung von Hunden für andere Jäger. Er versuchte jedoch nie seinen Lebensunterhalt mit Verkauf von Welpen zu stützen.

Wertschätzung: Hunde für Jagdgebrauch oder Sport

Wie sah der eigentliche Charakter des Jagdhundewesens in Nordamerika aus und wie kam es dazu? Was kam auf Sigbot Winterhelt und seine Mitarbeiter zu und wie haben sie die folgenden Entwicklungen beeinflussen können... oder deren Konsequenzen tragen müssen?

Eigentlich konnte Nord- und Südamerika zurzeit von Kolumbus 17 Hundearten vorweisen, und Europa nur 14. Diese süd- und nordamerikanischen Hundetypen wurden auch vielseitig als Last-, Schlitten-, Wach-, Hirten- und Jagdhunde genutzt. Diese Hunde verschwanden aber im Laufe der Zeit oder wurden so mit europäischen Hunden vermischt, dass sie nicht mehr als einheimische Rassen erkennbar waren. Der Schlitten- und Jagdhund Canadian Inuit Dog blieb jedoch als Rassehund erhalten und wird heute noch gezüchtet und ist im Zuchtbuch vom Canadian Kennel Club eingetragen; der Tahltan Bear Dog dagegen ist seit den letzten Eintragungen durch den Canadian Kennel Club in 1951 nirgends mehr verzeichnet.

Heinrich Uhde (1999) berichtet ausführlich, wie sich Jagdpolitik und Jagdpraxis nach 1848 in Deutschland änderte. Ähnliche Fragen wurden auch in Nordamerika etwas später gestellt.

In Kanada und USA gab es mindestens drei Lager mit unterschiedlichen Zielen für ihre mehr oder weniger vielseitigen Jagdhunde. Die am besten organisierte Gruppe betrieb Field Trials meist für Pointer und Setter. Oft waren die Besitzer wohlhabende Leute, deren Hunde professionell gehalten, abgerichtet und auf Field Trials geführt wurden. Viele Profis fuhren mit Hunden, Pferden und Wohnwagen nach Kanada, wo Pointer und Setter im kühleren Frühsommer an Schweifhühnern auf der Prärie ihre Jagdeigenschaften vervollkommnen konnten, um dann auf der Rückreise mit ihren Hunden bei Field Trials anzutreten und erfolgreich zu konkurrieren.

Es gibt vier Phasen im Field Trial wo nur eine Phase Arbeit nach dem Schuss beinhaltet. Der erste Field Trial fand 1874 in Memphis, Tennessee statt. Field Trials haben heute noch ihre Gefolgschaft. Das Interesse wurde aber geringer unter den immer höher steigenden Reise- und Transportkosten für Pferd und Hund. Die Teilnahme ging auch zurück wegen den vielen professionellen Abrichtern mit denen Hobbyführer oder Jäger nicht immer gut mithalten konnten. Um ihr eigenes Interesse zu schützen haben Hobbyführer, die zum Teil auch Jäger sind, das Wort Amateur in separaten Klubs mit eingebaut. Wo der deutsche Jäger stolz seinen braven Verlorenbringer lobt, freut sich der Field Trial Teilnehmer über den fast unabhängig jagenden Hund der 2 Km weit im Feld sucht und wo dann der berittene Führer die Suchrichtung gerade noch beeinflussen kann.

Neben den Field Trial Afficionados gab es die sogenannten „market hunters“ deren langsam arbeitende aber tüchtige Hunde minderwertig als „Fleischhunde“ bezeichnet wurden. Die Marktjäger wollten das Field Trial Wesen dadurch umgestalten, indem die Leistungsfähigkeit der Hunde schwerpunktmäßig nach dem Jagderfolg auf das vielzählige Flugwild bewertet werden sollte. Damit hatten aber die Marktjäger keinen Erfolg. Hinzu kam, dass die Marktjäger schon Ende des 19. Jahrhunderts einen schlechten Ruf hatten, weil der Bestand mehrerer bejagter Vogelarten bereits besorgniserregend abgenommen hatte. Diese ungeregelte Vogeljagd wurde mit der Unterzeichnung des Migratory Bird Treaty Act, von Kanada im Jahre 1916, von der USA 1919 und von Mexico 1936 endgültig verboten.

Anfangs war es üblich, dass Field Trial Züchter diejenigen Vorstehhunde die nicht genug Erfolg auf den Field Trials zeigen konnten an Jäger abgaben. Einige Züchter von Pointer und Setter spezialisierten sich auch auf Zucht gerade für den sogenannten „on-foot“ Jäger. Bald wurden aber auch die vielseitigen Jagdhunde aus Europa bekannt, die sogenannten Continentals. A.F. Hochwalt6 beschreibt den Griffon, der bereits in den 1880 er Jahren importiert wurde, aber mit den Pointer und Setter nicht mithalten konnte. Für den Mischwildjäger und vor allem beim Apport aus dem Wasser bewertete er den Griffon jedoch durchaus als vorteilhaft. Andere frühbekannte Rassen aus Europa waren Deutsch-Kurzhaar, Weimaraner, Vizsla und Épagneul Breton. Währen des 2. Weltkrieges und der Besatzungszeit wurden auch häufig Continentals von amerikanischen und kanadischen Armeeangehörigen von Europa nach Nordamerika gebracht.

1884 wurde der American Kennel Club und 1887 der Canadian Kennel Club gegründet. Die Mitglieder beider Klubs betreuten ein Stammbuch für Zucht nach den Field Trial Regeln für Vorstehhunde, Retriever und lautjagende Laufhunde. Allerdings war Leistung keine Bedingung für Eintragungen und Ausstellung von Ahnentafeln, trotz vieler Bemühungen vor allem von den market hunters.

In diesem Jagdhundemilieu, suchte Sigbot Winterhelt sich zurecht zu finden. Seine Pudelpointer zeigten sich vorzüglich in ihrer Arbeit vor und nach dem Schuss. Die begeisterten Nicholson Island Club Mitglieder und Gäste verbreiteten den guten Ruf. Bald kamen Artikel in der Jagdpresse. Winterhelt fühlte sich zweifelllos darüber belohnt, aber er ließ es dabei nicht bleiben. Er wollte das ganze System aufbauen, das ihm diesen Erfolg ermöglichte. Dazu gehörte seiner Erfahrung nach ein gut organisierter Verein, der für je eine Rasse ein Zuchtbuch führt und kompetent betreut, und ein auf Jagdgebrauch gerichtetes Prüfungssystem.

Auf Jagdgebrauch integrierter Rassen Verein: Winterhelts Pudelpointer Beispiel

Auf Seite 18 schreibt Heinrich Uhde4 "Die Verbandsverfassung trägt dafür Sorge, dass Zweck und Aufgabe des Verbandes jederzeit entsprechend den jagdlichen und gesetzlichen Erfordernissen und somit der Waidgerechtigkeit dienend und in Interessenabwägung zum Tier- und Naturschutz erfüllt werden, und dass somit Zucht, Ausbildung, Prüfung und Führen der Jagdgebrauchshunde in diesem Rahmen gewährleistet sind.“ Solch ein ausgiebiger und vom Rasseverein und Stammbuch geführter Zweck war im nordamerikanischen Jagdhundewesen nicht bekannt5,6 und auch nicht in Großbritannien wo die meisten Jagdhunde vor 1950 herkamen. Selbst heute noch führt dieses Ziel zu Missverständnissen.

Shaw7 zitiert Ahnentafeln, die anscheinend über Generationen hinweg von englischen Züchtern festgehalten worden waren. Nach Hochwalt6 wurden Ahnen und deren Eintragungen von den nordamerikanischen Field Trial Züchtern vor 1900 vernachlässigt. Leistungszucht, auf Zuchtwert mehrerer Ahnen begründet, wurde kaum berücksichtigt. Der Champion Hund, und vielleicht noch seine Eltern, waren der Fokuspunkt. In diesem Kontext schrieb H.L. Betten „Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass, mit Ausnahme vom Chesapeake Bay Retriever, alle wichtigen Jagdhunderassen ihren Ursprung auf den Britischen Inseln hatten oder perfektioniert wurden. Dies spricht nicht für einen Kontinent wie unserer mit seiner unendlichen Vielfalt an Flugwild. Verbesserte Trainingsmethoden haben die latenten Qualitäten verschiedener Rassen schon in den Vordergrund gerückt, aber es ist immer noch eine Frage, ob diese Rassen heute den Vorfahren tatsächlich überlegen sind. Das inhärente Zuchtgenie, das britische Züchter auszeichnete, hat hier sicherlich gefehlt: Wir ahmen nur nach - wir haben keinen Ursprung.“

Als Manager des Nicholson Island Club befreundete sich Sigbot Winterhelt mit Douglas Hume, der von der Jagd mit tüchtigen Hunden und von dem deutschen System begeistert war. Winterhelt war sehr dankbar für Douglas Humes Hilfe bei der Übersetzung seiner Schriften in die englische Sprache, da seine Englischkenntnisse noch ziemlich begrenzt waren. 1956 wurde ein vierseitiger Bericht veröffentlicht, in dem die Geschichte und der Arbeitsstil der Pudelpointerrasse beschrieben war. In diesem Rundschreiben, das Sigbot Winterhelt von Welland, Ontario aus an interessierte Jäger verschickt hatte, wurden diese eingeladen, Pudelpointer aus seinem Winterhelle Zwinger zu erwerben und sich an der ordnungsgemäßen Vermehrung dieser Rasse zu beteiligen. Das war nicht nur der Beginn des Pudelpointers als Jagdhund in Nordamerika, sondern auch das erste Beispiel eines Verbandes wo „... Zweck und Aufgabe des Verbandes jederzeit entsprechend den jagdlichen und gesetzlichen Erfordernissen...“ beachtet wurde.

Hier muss man allerding bemerken, dass der Griffon Club of North America schon lange vor Winterhelt bestand, in 1916 gegründet. Obwohl viele Griffon-Liebhaber die Rasse nach dem Leistungszucht Vorbild von E.K. Korthals in Nordamerika weiterleiten wollten, war das nötige Prüfungswesen hier nicht vorhanden. Noch wichtiger war, dass die anders orientierte Jagdhunde Kultur, wie bereits beschrieben, dem Ziel von Korthals konterproduktiv im Weg stand. Bei diesem Zustand kamen die Kenntnisse von Sigbot Winterhelt und seine Leitung gut an. Als dann immer mehr Besatzungspersonal nach dem 2. Weltkrieg von Europa zurückkam, und diese von den vielseitigen Jagdhunden und deren Gebrauch schwärmten war die Situation reif für Winterhelt unterstützt von den Griffoniers das neue System aufzubauen.

Bodo Winterhelt war unermüdlich bestrebt, dass Leistungszucht zusammen mit einer Jagdentsprechenden Prüfungsordnung in jeder Satzung eines Hundezüchtervereins festgeschrieben sind. Er hätte es leicht bei seinem eigenen Erfolg belassen können. Man erinnert sich noch an seinen oft gebrauchten Spruch „So ist die Tatsache heute, aber es sollte anders sein.“ Ohne Sigbot Winterhelt würde das nordamerikanische vielseitige Jagdhundewesen anders aussehen, oder zumindest wäre eine ähnliche Entwicklung erst später gekommen.

Beim Aufbau eines zielbewussten Rassevereins mit Pudelpointer als Vorbild und beim Aufbau eines Prüfungssystems war Winterhelt viel unterwegs in fast allen Teilen von Nordamerika. Dies geschah leider auf Kosten seiner Familie, vor allem seiner insgesamt vier Kinder. Sigbot Winterhelt hatte sozusagen zwei Familien. Eine Familie bestand aus Tausenden von Jäger-Führern mit vielseitigen Jagdhunden, und andererseits seiner eigenen Kinder und deren Mütter. So ist es auch verständlich, dass seine Ehen nicht auf Dauer für ihn glücklich ausliefen.

Jagdgebrauch ja, aber welchen?

Neben Freizüchter, die eher Hundevermehrer genannt werden sollten, findet man in Nordamerika engagierte Jägerzüchter, die sich entweder dem deutschen Rasseverein oder vielmehr einem hiesigen rassefördernden Klub angeschlossen haben. Mitglieder des deutschen Vereins – Gruppe Kanada oder USA, halten sich strikt und wortwörtlich an das deutsche traditions- und erfolgreiche Zuchtprüfungs- und Richterausbildungssystem. Die ausschließlich nordamerikanischen Klubs haben auch mehr oder weniger weitreichende Ziele, die sich allerdings nach der hiesigen Jagdpraxis richten. Generell kann man sagen, dass im Feld die hiesigen Anforderungen an den Hund breiter sind als in Deutschland, im Wasser gleich und im Wald geringer.

Sigbot Winterhelt, wie natürlich auch viele nordamerikanische Jäger, bevorzugte denjenigen Ansatz, der die Stärken des erfolgreichen deutschen Jagdhundewesens nutzte, jedoch an nordamerikanische Bedingungen angepasst war. Es ist doch rätselhaft, dass Jagdgebrauch laut Uhde ein grundlegendes Prinzip war und noch ist. Die deutschen Vereine erwarten jedoch vom nordamerikanischen Jäger, dass dieses fundamentale Prinzip hier nicht gleich gelten soll.

Zum Beispiel war in der Anfangszeit von Sigbot Winterhelt der Hund bei der Hochwildjagd gesetzwidrig. Der Laufhund und sein störender Einfluss auf Wild waren bekannt. Die Meute-jagd unter einem relativ freien Lizenzsystem droht dem nächsten irgendwo ansitzenden Jäger die Jagd zu verderben. Der klare Vorteil vom Hund auf der Schweißfährte war allerdings kaum bekannt. Bei Winterhelts frühen Ausführungen vom Abrichten und Prüfen war Schweißarbeit miteingeschlossen; davon wurde aber bald abgelassen. In der Zwischenzeit hat sich die Situation wieder geändert, nachdem viele Jäger Schweißhund Regelungen gefordert haben. Die Staaten und Provinzen sind nunmehr dabei, die Jagdregeln entsprechend abzuändern.

Anders ist es mit dem Härtenachweis. Jagd auf Raubwild zum Pelzgebrauch wird separat durch eine Fallensteller Lizenz geregelt, obwohl es in bestimmten Gegenden auch als Schadwild geschossen werden kann. Dazu kommt, dass ein rabiat raubzeugscharfer Hund früher oder später ein Stachelschwein findet, das die Jagd meist beendet und eine Fahrt zum Tierarzt verlangt.

Es ist selten, dass Jäger mit dem Vorstehhund Hasen oder Kaninchen jagen, obwohl dies in verschieden Regionen anders sein kann. Deswegen entspricht Spurarbeit am flugunfähigen Fasan den hiesigen Erfordernissen. Dies wurde von Winterhelt integriert. Allerdings kann man am Fasan den Laut nicht prüfen.

Uhde betont, „...dass Zweck und Aufgabe des Verbandes jederzeit entsprechend den jagdlichen und gesetzlichen Erfordernissen...“ sein soll. Ein guter Vorschlag zu der Sache war es, von hiesigen Züchtern den Härtenachweis und Laut nicht zur Zucht zu verlangen. Das jeweilige Verhalten der Hunde sollte aber in der Praxis beschrieben und auf der Ahnentafel festgehalten werden, wie zum Beispiel das Verlorenbringer Leistungszeichen. Auf diese Weise kann man Linien erkennen, die mehr oder weniger die gewünschten Merkmale zeigen und somit das deutsche Populationsniveau nahezu erhalten können.

Wie ist denn Hasenspur mit Fasanen Geläuf zu vergleichen? Wie verschieden ist denn das Geruchsmuster einerseits mit Bodenverwundung und hinterlassenen Duftmerkmalen vom schnell- und meist geradelaufenden schweren Hasen, verglichen mit dem langsamer wegschleichenden Fasanen, dessen Geläuf meist mit Haken hinterlassen wird? Kann man erwarten, dass ein Hund aus Zucht mit Fasanengeläuf doch auch auf Hasenspur abgerichtet werden kann? Kann ein Übermaß von Tradition ein Hindernis sein?

Dazu kommt auch, dass selbst Jagdanlagen teils von der Erziehung beeinflusst und gesteuert werden können. Wo ein deutscher Jäger eine Fuchsrute an der Reizangel anbringt, prägt der nordamerikanische Jäger mit einer Fasanenschwinge. Im Grunde ist auch vieles was anders erscheinen mag, meist gleich. Seit dem Einsatz von Flinten im 18. Jahrhundert, die während eines Schusses geschwenkt werden konnten, blieb der Gebrauch des Hundes bis heute doch nach dem Schuss meist gleich, egal auf welchem Kontinent. So wichtig wie die Zucht auf Jagdanlagen natürlich ist, deuten die neuen Erkenntnisse in der Genetik und Epigenetik auch auf weniger abrupte Anlage- und Verhaltensgrenzen hin. Es muss deshalb nicht ausgeschlossen sein, dass ein Welpe aus nordamerikanischer jagdangepasster Zucht sich auch in deutscher Jägerhand gut entwickeln und zur Weiterzucht ordentlich beitragen könnte.

Einige Prüfungserfordernisse wurden von Winterhelt erhöht. So zum Beispiel ist Wasserneigung ein Fach in der Jugendprüfung. Dies war kurzzeitig in den frühen Jahren des JGHV auch so. Die Forschung mit statistischer Korrelation hat gezeigt, dass Wasserneigung einen Koeffizient hat, der anderen Fächern wie Suche und Vorstehen ähnlich und deshalb auch erbhaft ist. 11

In diesem Zusammenhang und im Vergleich zwischen Kontinenten mit verschiedener Jagdkultur bleiben viele Fragen offen. Der bedauerliche und bisher unhaltbare Rückgang von Niederwild in Deutschland wirft die Frage auf, wie dessen Rückgang sich auf den Vorstehhund auswirken wird. Falls der Vorstehhund in Deutschland zum Auslaufmodell wird, werden dann die hiesigen Landesgruppen das deutsche Prüfung System trotzdem aufrechterhalten? Wäre es angebracht, deutsche Rassen auf anderen Kontinenten im lokalen Jagdgebrauch zu integrieren und sie im Einklang mit ihrer Herkunft zu führen und dadurch schützen?

Hat sich nicht der Jagdgebrauch in Deutschland dahingehend geändert, so dass die Arbeit nach dem Schuss heute überwiegt, wogegen Arbeit unter der Flinte vor dem Schuss früher häufiger war, wie es hier weitgehend der Gebrauch ist? Sind die Hunde von heute denn wirklich noch dieselben wie von Hegewald, vorm Walde, Schorlemer oder Kleemann? Wie ist der Grad dieser Abänderung zu vergleichen mit der Entwicklung vom Pudelpointer, dem German Short-haired Pointer und anderen unter Winterhelts Förderungssystem? Wenn man eine Jahrhunderte alte Rasse als Welterbe betrachtet, wo beginnt die Verantwortung für den Schutz dieses Erbes und wo endet sie?

Ein Jagdgebrauchsbeispiel

Wo doch im deutschen Reviersystem der Jagdgebrauch des Hundes sehr breit sein kann (Schalenwild, Niederwild & Raubwild; vor und nach dem Schuss und Schweiß), ist beim nordamerikanischen Jäger die Jagd fast durchweg auf Flugwild gerichtet. Nachdem im Osten der USA der klassische Jagdvogel, das Haselhuhn, bedauerlicherweise teilweise verschwunden ist, bleibt die Jagd auf häufigere Wasservögel. Deswegen ist auch Jagd auf Hasen und Kaninchen wieder leicht im Aufschwung. Dort dürfte prüfen auf der Hasenspur begrenzt möglich sein. Treibjagden auf Niederwild hält man so gut wie gar nicht. Selbständige Arbeit vor dem Schuss und Apportieren ist der hauptgebrauch der Hunde.

Sigbot Winterhelt betonte die nötige Passion vor dem Schuss, die ein guter Hund zutage bringen muss. Im Westen von Nordamerika jagt man über weites Gelände mit einer geringeren Wilddichte als man es in Deutschland, vor allem während der Niederwild-reichen Mitte Jahrhundert, gewohnt war. Winterhelt sagte oft dazu, wenn man einen guten Feldhund in Deutschland schnallt, wird man in bald in Belgien finden.

Nordamerikanische Jäger fahren oft geraume Strecken um ihre Jagdmöglichkeiten auszuweiten. Obwohl außer der Schneegans die Tagesstrecke begrenzt ist, und man nur insgesamt zwei Tagestrecken besitzen darf, gilt diese Grenze nur im gleichen Staat bzw. Provinz und dadurch kann der Reisende die Jagdstrecke ergänzen. Es ist auch allgemein der Brauch, dass ein Stück Wild, welches bereits verwertet wurde, nicht mehr die Streckengrenze beeinträchtigt. So kann ein Hund in einer Jagdsaison viel zur Arbeit kommen.

Wenn ein Jäger in Saskatchewan, Kanada, theoretisch allem was jagdbar ist nachgeht, was doch selten der Fall sein wird, könnte dies folgende Strecken- und Tagesgrenze ergeben: allerhand Schneegänse, 8 Kanada- Cackling- oder Blässgänse, 8 Enten, 5 Kraniche, 10 Blässhühner und 10 Zwergschnepfen. Hühner sind entweder im Borealwald zu finden: 10 Haselhühner, 10 Tannenhühner und, eher selten, 10 Moorschneehühner. Im südlichen Agrarland und der Prärie: 2 Schweifhühner, 4 Rebhühner und 3 Fasanen. Wegen der dünnen Besiedlung (knapp über 1 Million Einwohner) und daher guten Jagdmöglichkeit reisen viele Jäger nach Saskatchewan. Im Jahr 2004 kamen 17.500 Jäger aus USA nach Saskatchewan zur Vogeljagd, gleich 20% der gesamten Nieder- und Hochwildjäger in der Provinz. Zum Beispiel kam auch Alan Secord in den 1960 er Jahren über mehrere Jahre hinweg nach Saskatchewan zur Jagd.

In den USA sind die Staaten Kansas, Nebraska, Nord- und Süd Dakota und Montana viel besucht, vor allem zur Jagd auf Fasanen. In Arizona wird die Wachteljagd großgeschrieben, wie auch in Kansas und Oklahoma. Im Westen, westlich der Rockies kommen Steinhühner viel vor wie auch einheimische Arten. Hier findet man viel staatseigenes Land mit Begehungsrecht. Wegen des geringen, jährlichen Niederschlags ist die ökologische Produktivität und daher Wilddichte geringer (Coquille River Flutebene 1125 L, West-Oregon 313 L, Frankfurt 620 L). In diesem Trockenland wird weite Suche und Ausdauer vom Hund und vom Jäger erwartet, weshalb die Ausdauer beim Hund auch als Prüfungsfach inbegriffen ist. Im trockenen Westen ist das Jagdareal oft steinig und rau, was dem Hund schwer an die Branten gehen kann.

Ein neues Prüfungssystem: North American Versatile Hunting Dog Association (NAVHDA)

Nach der 4-seitigen Pudelpointer Broschüre bearbeiteten Winterhelt und Hume ein Heft, welches, mit einigen Abänderungen, heute noch die Prüfungsbasis von NAVHDA beschreibt. Winterhelt und seine Kollegen gründeten 1960 eine All-Purpose Gun Dog Association, 1961 fand die erste Gebrauchsprüfung statt mit 14 Hunden aus Kanada und USA. Winterhelles Komet, Sohn von Cati, belegte den ersten Platz. Dieser Test war von VGP inspiriert und wurde nordamerikanischen Jagdverhältnissen angepasst.

Die beeindruckende Leistung von Komet wurde in der Jagdpresse beider Länder gefeiert. Winterhelt glaubte, dass diese Leistung das vielseitige Jagdhund Konzept mehr gefördert hat, als jeder andere geprüfte Hund oder Promovortrag hätten tun können. Sigbot Winterhelt bemerkte dabei auch wie schwer es zu dieser Zeit war einen Hund zu finden, der diese Prüfung bestehen konnte. Hinzu kommt, dass zwei Jahrzehnte später, viele Hunde aus verschiedenen Rassen diese Prüfung mit dem 1. Preis ablegen konnten. NAVHDA entwickelte dann einen weiteren Test, um die Mitglieder weiter herauszufordern und ihr Interesse an Tests durch den „Versatile Champion Titel“ zu bewahren. Dies war ein Beweis dafür, dass Prüfungen mit Richtern, die auf das Erkennen von erblichen Anlagen besonders geschult worden sind, auch zum Erfolg führen.

Bei einer Versammlung im Oktober 1969 begegneten sich die Mitglieder von mehreren Griffon Klubs aus Kanada und USA mit Sigbot Winterhelt und seinen Mitarbeitern. Das Resultat war ein All-Purpose Gun Dog Association Test im selben Monat in Kalifornien, welcher dann als Utility Test bekannt wurde. Dadurch wurde NAVHDA gegründet, wobei die Griffonniers eine Test Möglichkeit erhielten, die dem Jagdgebrauch ihrer Hunde angepasst war. Winterhelt konnte dabei seine Verbindungen zu vielen Jäger-Führern ausbauen. Sigbot Winterhelt war Präsident von NAVHDA von 1969 – 1985.

Im folgenden Jahr fand die erste Jugendprüfung, der Natural Ability Test, statt an Sigbot Winterhelts Besitz in Ontario. Der Utility Preparatory und Invitational Test wurden erstmals 1988 angewendet. Um diese Prüfungen durchzuführen wurde NAVHDA in zwei Phasen aufgeteilt. NAVHDA International formuliert die Prüfungsordnung, lehrt und liefert Richter, und veröffentlicht die Testresultate. Verstreut über Kanada und USA gibt es zu NAVHDA International gehörende aber finanziell unabhängig, lokale Klubs, die NAVHDA Chapters. Diese Chapters organisierten insgesamt 385 Prüfungen allein in 2018 wo 2.807 Hunde geprüft wurden. Diese Chapters schauen nach den örtlichen Prüfungserfordernissen und besorgen Hühner und Enten https://www.navhda.org/ Chapters spielen auch eine wichtige Rolle das ganze Jahr über, indem sie Trainingsmöglichkeiten fördern, das gerechte Abrichten lehren und auch nach der öffentlichen Zurschaustellung sorgen. In 2019 feiert NAVHDA das 50-jährige Bestehen.

Tabelle 1. Arbeitsfächer die von NAVHDA gelehrten Richtern in den vier verschiedenen Tests geprüft werden. Um am Invitational Test (Siegerprüfung) antreten zu dürfen muss ein Hund den Utility Test mit 1. Preis bestanden haben.

Für jede Suche werden gewöhnlich drei Hühner ausgesetzt. Meist sind es Steinhühner, weil die kleinen Wachteln oft nicht genug Flugkraft haben und vom jungen Hund gefangen werden. Dadurch weiß man, wie viele und wo die festsitzenden Hühner sind, wodurch die Nasenarbeit gut bewertet werden kann. Außer dem Natural Ability Test, werden Hühner geschossen und vom Hund apportiert. Der flugbehinderte Fasan wird außer Sicht vom Hund losgelassen und kann vom jungen Hund auch gefangen und apportiert werden, was aber nicht sein muss.

Hunde, die den Utility Test bestehen konnten waren eindeutig gute Jagdpartner für die meisten Phasen der Jagd in Nordamerika. Sigbot Winterhelt machte oft den folgenden Ausspruch: „Ein Hund mit dem 3. Preis im Utility Test ist ein guter Hund. ... mit dem 2. Preis, ein sehr guter Hund. ... mit dem 1. Preis, ein sehr guter Hund, der aber Glück hatte.“

In 1969 wurden sechs Hunde von NAVHDA geprüft und 50 Jahre später, in 2018, schon insgesamt 57.374. Die beteiligten Rassen waren:

Die Zahl der von NAVHDA geprüften Hunde stieg fast dauernd an, ausgenommen vielleicht während der Finanzkrise in USA in 2008. Die Zahl der Hunde insgesamt betrug 57.374. Die Graphik zeigt auch Sigbot Winterhelts Erfolg beim Aufbauen von NAVHDA und sein Austritt im Jahr 1997.

Das grüne Buch

Wie Douglas Hume und Alan Secord zuvor, war für Winterhelt Kontakt mit Joan und Prof. Bailey im Jahre 1965 wichtig. 1972 schlug Joan Bailey vor ein Buch anzufertigen, das beschreiben soll wie vielseitige Jagdhunde abzurichten sind. Prof. Bailey, Verhaltensforscher an der University of Guelph in Ontario schrieb zusammen mit Sigbot Winterhelt den Text; Joan Bailey ergänzte den Text noch mit Bilder und ließ es drucken. Das Buch erschien 1973 und wird heute noch benützt und respektvoll als das „Grüne Buch“ bezeichnet. Das 105-seitige Buch ist kurz und bündig verfasst und bietet detaillierte Anweisungen für die Ausbildung von Hunden für die in Nordamerika relevanten Aspekte der Jagd.

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